Die Zielgruppe der Patienten
Die jüngere Generation lässt sich schneller durch soziale Netzwerke erreichen (siehe Kapitel 4.3.1). Bei Zahnärzten ist hauptsächlich keine bestimmte Zielgruppe definiert, abgesehen von Kinderzahnärzten. Bei letzteren sind die Zielgruppe die Kinder, bzw. die Eltern mit Kindern. Alle befragten Zahnärzte sagten entsprechend aus, dass in ihrer Praxis keine bestimmte Zielgruppe definiert ist. Außer der Befragten S. (siehe Anhang 4, Präskript, Interview 5). In diesem Fall ist von einer großen Gemeinschaftspraxis an drei Standorten die Rede, eine Praxis ist eine
Kinderpraxis. Allerdings hat diese Praxis laut eigener Aussage keinen großen Bedarf neue Patienten zu gewinnen, da viele bereits über Weiterempfehlungen gekommen sind (Interview 5, Z. 9-12). Auch wenn also keine bestimmte Alterszielgruppe bestimmt wird, vermuten die Befragten schon, dass sich vor allem jüngere Patientenüber soziale Netzwerke gewinnen ließen: „…das ist wichtig für die Jüngeren wenn ich eine jüngere als Zielgruppe eingeben würde das ist dann der Punkt wo man hinmuss die Älteren die gucken im Telefonbuch“ (Interview 3, Z. 23-25), „…vor allem die jüngere Generation ist damit einfacher zu erreichen…“ (Interview 6, Z. 58). Eine weitere befragte Person scheint im Bereich der sozialen Netzwerke tatsächlich eine Möglichkeit zu sehen: „die Jugend von heute geht nur über diese sozialen Netzwerke und insofern ist es von Potenzial“ (Interview 1, Z. 77-78). Hier wäre der Weg der Patientenerreichbarkeit durch soziale Netzwerke eventuell der richtige. Jedoch bleibt es schwierig zu sagen, wie viel Prozent an Patienten ein Arzt für seine Praxis dadurch gewinnen würde. Die Frage bleibt also zunächst auch eine der Wirtschaftlichkeit.

Mittel zur Patientengewinnung – Mundpropaganda und Weiterempfehlungen
Im Interview wurden die Zahnärzte befragt, wie die Patienten auf die Praxis aufmerksam werden. Einstimmig wurde angegeben, dass das wichtigste Mittel zur Patientengewinnung die Mundpropaganda und Weiterempfehlungen sind (siehe auch dazu Anhang 5, Interview 1, Z. 22; Interview 2, Z. 2; Interview 3, Z. 2). Eine befragte Person spitzt dies sogar zu: „…durch die Empfehlung über Mund-zu Mundpropaganda [sind] inzwischen so viele Patienten gekommen, dass wir eigentlich keine Marketingmaßnahmen mehr für die Patientengewinnung machen müssen“ (Interview 5, Z. 10-12). Die anhaltende Bedeutung von Mundpropaganda/Weiterempfehlungen für die Gewinnung von Patienten bestätigt auch die Studie des Online-Bewertungsportals Jameda: Patienten vertrauen bei der Arztwahl überwiegend der Familie, Freunden und Bekannten und es ist egal in welcher Stadt und welche Art Praxis – Mundpropaganda bleibt das wichtigste Marketinginstrument (siehe Kapitel 3.1.5).

Praxismarketing gehört zum Unternehmen Zahnarztpraxis dazu
Die Untersuchung hat gezeigt, dass sich die Zahnärzte bereits mit (den Mitteln des) Praxismarketing vertraut gemacht haben, und dass sie auch verschiedeneMarketingmaßnahmen durchführen, um die Patienten auf ihre Praxis aufmerksam zu machen. Auf die Frage „Hat das Marketing eine Bedeutung für Ihre Praxis“, sagten fast alle Zahnärzte, dass es eine Rolle spiele (vgl. Anhang 5, Interview 2, Z. 8). Obgleich das Marketing um Unternehmen Praxis nicht die dominante Rolle spielt:„Ein wenig man muss sich schon darstellen…“ (Interview 3, Z. 18).

Auch die Lockerung in der Gesetzgebung sehen die Zahnärzte als Vorteil: „Wir dürfen relativ viel, früher war es viel verboten…zum Glück auch wir können Werbung schalten über alle Medien…“ (Interview 3, Z. 75, 77-78). Und: „…die Gesetze haben sich geändert und das ist auch gut so jetzt dürfen auch wir die Werbung machen über alle Medien“ (Interview 4, Z. 9-11).

Beim Marketing wird einstimmig das Ziel verfolgt, mehr Patienten für die Praxis zu gewinnen: „Wir versuchen natürlich die Patientenakquise zu machen das wir mehr Patienten bekommen“ (Anhang 5, Interview 3, Z. 28-29, vgl. z. B. auch Interview 4, Z. 15, Interview 5, Z. 7-8). Um Patienten zu erreichen, nutzen die befragten Zahnärzte unterschiedliche Mittel, auch die klassischen Marketinginstrumente kommen zum Einsatz, wie „Namensschilder…Praxislogo…Wiedererkennungswert…Sponsoring“ (Interview 2, Z. 13, 14, 17, 27), oder „…Telefonbuch, Broschüren, Anzeigen…“ (Interview 3, Z. 26, 27, 28). Aber auch moderne Maßnahmen werden von den Ärzten genutzt, sogar „Google Adwords“ (Interview 5, Z. 13), und „Bewertungsportale“ (Interview 3, Z. 38). In einem sind sich alle befragten Ärzte einig: sie alle haben eine eigene Internetpräsenz.