5.4 Auswertungsmethode
Die Interviews wurden angelegt an das Ablaufmodell der Zusammenfassung nach Mayring ausgewertet. Mayring zufolge ist es das „Ziel der Analyse […], das Material so zu reduzieren, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben, durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus zu schaffen, der immer noch Abbild des Grundmaterials ist“ (2008, 58). Das „Grundprinzip einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse“ ist die Abstraktionsebene schrittweise so zu verallgemeinern, dass die Zusammenfassung immer abstrakter wird (vgl. ebd., 59). Als Abstraktionsebene kann die Fragestellung der Untersuchung dienen. Die Auswertungsschritte werden in einer Tabelle niedergeschrieben, wodurch der Ablauf besser nachvollzogen werden kann (siehe Anhang 8, Tabelle 5 und 6).

Der erste Schritt der Zusammenfassung besteht in der „Paraphrasierung“ (37) in dem die nicht oder wenig inhaltstragenden Textbestandteile wie Ausschmückungen oder Wiederholungen gestrichen werden, so dass eine einheitliche Sprachebene entsteht (vgl. ebd., 61f.). Als zweiter Schritt erfolgt die Generalisierung der Paraphrasen, bei der diese auf einem Abstraktionsniveau verallgemeinert werden. Die Paraphrasen müssen so verallgemeinert werden, dass ein unmittelbarer Bezug auf die zu untersuchende Fragestellung hergestellt werden kann (vgl. Mayring 2008, 61f.). Nach diesem Schritt werden bereits zum Teil inhaltsgleiche Paraphrasen deutlich. Diese unterliegen in dem nun folgenden Schritt einer „ersten Reduktion durch die Selektion“ (vgl. ebd.). Dazu werden alle bedeutungsgleichen und nicht inhaltstragenden Paraphrasen gestrichen und es werden nur die Paraphrasen übernommen, die als zentral inhaltstragend bedeutend erscheinen (vgl. ebd.). Darausfolgt nun ein Schritt der „zweiten Reduktion durch Bündelung“ (vgl. ebd.). Hier werden die Paraphrasen mit ähnlicher oder gleicher Aussage zu einer Paraphrase bzw. Bündelung zusammengefasst (vgl. ebd., 62).

Nach Ausführung dieser Schritte erfolgen eine Zusammenstellung und schließlich eine „Rücküberprüfung“ (ebd.) Bei letzterer müssen alle Aussagen dahin gehend überprüft werden, ob die Aussagen der ersten Paraphrasierung in den neuen enthalten sind. Wenn das nicht der Fall ist, müssen alle ersten Schritte erneut durchlaufen werden. Andernfalls ist die Auswertung abgeschlossen und die Daten können anhand der Fragestellung interpretiert und die einzelnen Interviews miteinander verglichen werden (vgl. ebd., 60, siehe dazu auch Anhang 8, Tabelle 5 und 6).