5.3.3 Durchführung der Interviews
Direkt vor der Durchführung der einzelnen Interviews wurden die Befragten noch einmal entsprechend dem Prinzip der informierten Einwilligung nach Gläser & Laudel aufgeklärt (siehe Kapitel 5.3.2). Außerdem wurde den Befragten erklärt, dass die Interviews auf einem Tonband aufgezeichnet werden, damit keine Informationen verloren gehen, die für die Auswertungen und Analyse Relevanz haben könnten. Alle Interviewpartner gaben ihr Einverständnis auch für das Aufzeichnen des Interviews auf Tonband (31).

Aufgrund der größeren Entfernung und des Zeitaufwandes musste ein Interview telefonisch geführt werden. Dies erwies sich als schwierig. Ein Vorteil bei persönlichen Interviews ist gerade, dass der Interviewer durch visuelle Kontrolle und Körpersprache das Gespräch beeinflussen resp. steuern kann. Beim Telefoninterview ist man nur auf die akustischen Informationen angewiesen. Beim durchgeführten Telefoninterview fehlte also der Blickkontakt zum Befragten und die Möglichkeit für visuelle Information. Zudem fehlte die Kontrolle über das Gespräch, was möglicherweise auch zu Informationsverlust führte (vgl. Gläser & Laudel 2010, S. 153). Es konnte nicht eingeschätzt werden, ob der Befragte voll bei dem Thema war, oder durch Nebenbeschäftigungen abgelenkt. Fünf Interviews wurden persönlich jeweils in der Praxis der Befragten durchgeführt. Die Interviews fanden alle in einem Extraraum statt und somit konnten Störungen vermieden werden. Drei dieser Interviews fanden zudem nach der täglichen Behandlungszeit bzw. in der behandlungsfreien Zeit statt.

Insgesamt wurden inkl. Pretest (32) acht Interviews telefonisch und persönlich durchgeführt. Ein Interview konnte nicht ausgewertet werden, da sich beim Befragten herausstellte, dass die Kriterien für einen Experten nicht gegeben waren (siehe hierzu Kap. 5.2.1). Ein Zahnarzt füllte den Fragenkatalog schriftlich aus und sendete ihn zurück. Der Befragte konnte sich demnach bloß am Leitfaden orientieren und die Antworten zu den Fragen fielen insgesamt sehr kurz aus. Zudem war es hier für die Interviewerin nicht möglich noch zusätzliche Fragen zu stellen, um mögliche Unverständnisse zu klären. So konnte dieses Interview nicht oder nur teilweise ausgewertet werden, so dass insgesamt für die Auswertung sechs Interviews zur Verfügung standen.