5.3.2 Interviewvorbereitungen
Zu Beginn wurde ein Leitfaden für das Interview erstellt (siehe Anhang 3), die Fragen für die Untersuchungen wurden bereits im Kapitel vorher ausführlich dargestellt. Das übergeordnete Ziel der Interviews bestand darin, über die Aussagen der befragten Zahnärzte zu ermitteln, welche Bedeutung soziale Netzwerke für die Neupatientengewinnung haben. Nach der Fertigstellung des Leitfadens erfolgte gemäß den Kriterien zur Stichprobenauswahl (siehe Kap. 5.2.2) die Recherche nach geeigneten Zahnärzten. Dies geschah mithilfe von Jameda.de, arzt-atlas.de, Facebook sowie über persönliche Kontakte. Die Zahnärzte wurden sowohl per Telefon, persönlich in der Praxis als auch per E-Mail (29) kontaktiert. Die Kontaktaufnahme wurde jeweils nach dem „Prinzip der informierten Einwilligung“ (Gläser & Laudel 2010, 159) gestaltet. Demzufolge stimmt der Befragte einer Untersuchung zu, wenn er weiß: wer der Interviewer ist, um welche Fragestellungen es sich handelt und warum er als Experte ausgewählt wurde. Darüber hinaus wird der potenzielle Befragungskandidat über den Zeitaufwand, den Datenschutz und darüber was mit den erhobenen Daten passiert, aufgeklärt (vgl. ebd., 154).

Bei der Kontaktaufnahme wurde das „Problem der Erreichbarkeit der ausgewählten Experten“ (Mayer 2006, 45) deutlich. Aufgrund von fehlender Zeit waren 36 von 48 per Telefon erreichten Zahnärzten zu einem Interview nicht bereit (siehe Tabelle 3). Zudem erwies sich der für die Durchführung der Interviews ausgewählte Zeitraum von Anfang bis Ende Juli 2013 als unvorteilhaft, da es sich um Urlaubszeiten handelte. So begründeten die kontaktierten Personen ihre Absage damit, aufgrundvon Urlaub keine Zeit zu haben. Aus diesem Grund wurden die Termine mit den Zahnärzten zwischen dem 24. Juli und 1. August 2013 vereinbart.

Tabelle 2 Rücklaufquote/Terminanfrage für das Interview per E-Mail

Tabelle Terminanfrage per E-Mail

Bei den Anfragen per E-Mail war die Rücklaufquote am niedrigsten. Es kann vermutet werden, dass die E-Mail als unbedeutend eingestuft wurde und die Zahnarztpraxen keine Zeit für eine Rückantwort erübrigen konnten. Die E-Mails könnten jedoch auch im Spamordner gelandet sein oder aufgrund eines vollen Postfachs gar nicht angekommen sein. Bei der telefonischen Anfrage war Rücklaufquote deutlich größer (vgl. Tabelle 2 und 3).

Tabelle 3 Rücklaufquote/Terminanfrage für das Interview per Telefon

Tabelle Terminanfrage per Telefon

Bei der persönlichen Vorstellung in der Praxis sagten von vier angefragten Zahnärzten drei für die Befragung zu. Nachdem sieben Termine feststanden, wurde im Vorfeld ein Pretest (30) mit einem vertrauten Zahnarzt durchgeführt. Dieser diente der Überprüfung von Fragenanordnung, Ermittlung eventueller Schwierigkeiten der Fragen für den Befragten, zur Ermittlung der Dauer der Befragung und zum eigenen Verständnis und möglicher Variation der Antworten (vgl. Schnell et al. 2008, 347). Für die Interviews der Hauptuntersuchung wurden die Fragen entsprechen angepasst und korrigiert. Aber auch in dieser späteren Untersuchungsphase gab es während der Interviews neue Erkenntnisse, so dass auch hier wieder Fragen angepasst wurden. Auch Gläser & Laudel bestätigen, dass „[…] die Arbeit am Interviewleitfaden [..] eigentlich nie abgeschlossen [ist], sondern bis zum letzten Interview an[dauert]“ (2004, 146).

Alle weiteren Vorbereitungen, wie zum Beispiel die Kontrolle des Tonbands, die Auswahl der Kleidung und die Planung des Interviews erfolgten in Anlehnung an Gläser und Laudel (vgl. 2010, 167-171).